Holiday on Ice – ein Spaziergang am Gülser Moselbogen

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Die Gülser Eisenbahnbrücke

Von Moselweiß aus nimmt man am besten die Gülser Brücke, wenn man in Richtung Moselbogen gehen möchte. Die kleine, sympathische Servatiusfähre zwischen Güls und Moselweiß ist leider schon 1990 der Kurt-Schumacher-Brücke gewichen.

Die Moselbrücke in Güls ist eine Eisenbahnbrücke in Koblenz zwischen den Stadtteilen Güls und Moselweiß. Es handelt sich um eine 226 Meter lange Bogenbrücke, die für die Bahn und für Fußgänger vorgesehen ist. 
Sie entstand fast gleichzeitig mit der Horchheimer Eisenbahnbrücke über den Rhein. Beide Brücken dienten der Verbindung von der Moselstrecke zur so genannten Kanonenbahn BerlinMetz. Im April 1877 begannen die Bauarbeiten an der Brücke und im Oktober 1878 wurde sie fertiggestellt.

1926 folgten weitere Umbauten. Bei diesen Umbauten wurde auch ein Fußgängerweg angelegt, für den sich die Gülser schon seit langem eingesetzt hatten. Die Stadt Koblenz und die Eisenbahndirektion lehnten dies ab. Deswegen sahen sich die Gülser Bürger gezwungen, die Kosten selbst zu übernehmen. Als Gegenleistung forderten sie das Recht, Brückengeld zu kassieren. Dies wurde ihnen auch gewährt. In einem Kassenhäuschen wurde bis 1959 Brückengeld eingenommen.

Mit dem Frankreich-Feldzug 1940 erhielt die Brücke zusätzliche Bedeutung für die Versorgung der Wehrmacht an der Westfront. Seitdem rollten zahlreiche Militärtransporte über die Brücke und nach der Invasion der Alliierten in der Normandie (6. Juni 1944) und der nachfolgenden Befreiung Frankreichs wurde die Brücke im Herbst 1944 für die Benutzung von LKW und Panzer hergerichtet.
Am Moselweißer Bahnhof mussten die Militärtransporte langsam fahren und meine ehemalige Nachbarin erzählte mir, dass sie an der Grundstücksgrenze (direkt am Bahnhof) den Soldaten Essen zusteckte.
Wie alle Koblenzer Brücken wurde auch die Gülser Eisenbahnbrücke am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von den sich zurückziehenden Einheiten der Wehrmacht gesprengt. 

Die Gülser Eisenbahnbrücke wurde am 8. März 1945 auf der Moselweißer Seite gesprengt. Bereits im August 1945 wurde mit den Arbeiten an einem Behelfsbau begonnen. Inzwischen wird sie kontinuierlich saniert und erfreut sich seit Kurzem eines erneuerten Fußgängerwegs, der die alten Holzbohlen ersetzt.

Am Gülser Moselbogen

Nachdem ich den Blick über die Mosel und die Moselhänge von der Brücke aus genossen habe, bin ich am Moselufer und dem Bootshafen entlang zum Moselbogen spaziert. Der Bootshafen war im hinteren Teil zugefroren. Das wahre Holiday on Ice – Feeling kam aber erst am Moselbogen. Dort erfreuten sich ein paar mutige Erwachsene und Kinder, auf dem vom Hochwasser auf der Wiese zu einem See gefrorenen Moselwasser zu rutschen oder gehen. Das war ein sehr entspanntes, fröhliches Vergnügen! Besonders in der Sonne, die es in den letzten Tagen gut mit uns meinte.

Am Rosenmontag . . .

Und weil Karneval in der gewohnten Form dieses Jahr ausfällt, haben sich die Gülser Husaren etwas einfallen lassen.
An der Bushaltestelle vor der Gülser Brücke hängt ein großes Plakat mit dem größten Karnevalsumzug Deutschlands (auf Plakat).
Eine pfiffige Idee!

Gülser Husaren

4 Replies to “Holiday on Ice – ein Spaziergang am Gülser Moselbogen”

  1. Liebe Barbara,

    vielen Dank für diesen schönen winterlichen Spaziergang durch unsere Heimat.
    Von der Servatiusfähre habe ich tatsächlich zuvor noch nie gehört.
    Sehr gut gefällt mir, wie du das glitzernde Eis eingefangen hast.

    Beste Grüße
    Daniel

    1. Lieber Daniel,

      sehr gerne! Das glitzernde Eis machte sich in der Sonne wirklich gut!
      Ich erinnere mich noch gut an die Fähre und ich glaube, meine Mutter ist mit meinem älteren Sohn als kleinem Kind gelegentlich mit der Fähre hin-und her gefahren. Dass sie Servatiusfähre hieß, habe ich erst durch meine Recherche erfahren.
      Liebe Grüße
      Barbara

  2. Liebe Barbara,
    vielen Dank für den schönen Bericht aus unserer Heimat. Nicht nur während der warmen Jahreszeit ist diese „Ecke“ einen ausgiebigen Spaziergang/Fahrradfahrt wert. Sonnenschein und klirrende Kälte bei teilweise zugefrorenem „Gewässer“ – eine gute Gelegenheit für stimmungsvolle Winterfotos. So kalt wie in den letzten Tagen hatten wir es hier im Rhein- und Moseltal schon lange nicht mehr. Viele Grüße Rainer

    1. Lieber Rainer,

      danke für deine positive Rückmeldung. Es war wirklich ein wunderschöner Spaziergang. Die Sonne, das glitzernde Eis und die entspannte, fröhliche Stimmung. Ich denke, alle, die unterwegs waren, haben diesen Tag genossen.
      Liebe Grüße
      Barbara

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