TEIL I
Annette Schneider von Artbreakers Berlin sitzt mit einem großen Eis in einem Strandkorb auf Föhr und wirbt für eine Veranstaltung im klimatisierten Museum Barberini zu Paul Signac und Constantin Brâncuși in der Neuen Nationalgalerie.

Das Konzept hat mir sofort gefallen und ich habe beschlossen, es ihr gleich zu tun.
Davon will ich euch berichten.

Museum Barberini, Alter Markt Potsdam
Angefangen habe ich am Nachmittag nach meinem Fotoworkshop in Potsdam auf einem schattigen Platz im Café des Museums Barberini bei einem Gurken-Melonensalat mit Radicchio und gerösteten Pinienkernen. Dazu ein Wasser und danach einen Affogato al Caffè (Espresso mit Vanilleeis).
Derart abgekühlt und erfrischt habe ich mir die Ausstellung
Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus
(ca. 1884-1935) im voll klimatisierten Museum angeschaut. Allein der Titel und dann das Auftaktbild Segel und Pinien haben mich enorm angesprochen.
Es ist die Leuchtkraft der Farben und die Technik des Pointillismus ( unvermischte Farbtupfen werden rasterartig auf die Leinwand gesetzt und mischen sich erst im Auge der Betrachters), die überzeugen. Große Kunst aus kleinen Tupfen. Ähnlich der großen Kunst aus kleinen Steinen, die ich in Ravenna erlebt habe.
Eine eindrucksvolle Ausstellung, die die Sinne überwältigt … Knapp einhundert Werke sind zu sehen, ein Drittel von der Hand Signacs … fast hält man es nicht aus, sie alle anzuschauen und in diesem flirrenden Licht zu baden … Am Ende verlässt man das Museum irgendwie leichter, als man hineingegangen ist.
Tagesspiegel

Das Bild Segel und Pinien von 1896 ist sozusagen das signature Bild des Neoimpressionismus.
Die Neoimpressionisten entwarfen ihre mediterranen Landschaften als anarchistische Utopien.
Sie nutzten Motive aus der Natur, kombinierten sie aber frei.
Ich habe dieses Bild vollständig komponiert, indem ich ich hier einen Baumstamm, dort einen Pinienzweig nahm. Und ich möchte auch frei in der Komposition meiner Farben sein, die ich erzielen möchte. Ein Maximum an Farbigkeit und Licht.
Paul Signac in seinem Tagebuch


Im Bild links Sich frisierende Frau von 1892 verbindet Signac mit einem Rautenmuster Figur und Raum.
Auf dem Waschkrug erscheint es als Pflanzendekor und wird in der Armbewegung der Frau am Toilettentisch und im Spiegel fortgesetzt. In linearer Form taucht es als Schnürung des Mieders wieder auf.
Bei dem Bild rechts – Sonntag, 1888-90 hatte ich mir die Beschreibung noch gar nicht angesehen, da war mir klar, dass Signac ein bürgerliches Paar, das sich nichts mehr zu sagen hat, auf die Leinwand gezaubert hatte. Er sitzt vor dem Kamin und stochert lustlos darin herum. Sie steht am Fenster und hofft vermutlich, irgendetwas Interessantes zu sehen. Der Raum ist ringsum mit bürgerlichen Utensilien ausgestattet. Die Mitte ist leer. Die auffälligen Falten ihres Kleides spiegeln sich auf dem Parkett. Die Katze im Vordergrund ist das einzig Lebendige in dieser Szene.


Der Hafen bei Sonnenuntergang (gemeint ist St. Tropez) von 1892 strahlt eine Ruhe aus, wie sie von Häfen in der Regel nicht zu erwarten ist. Signac arbeitet mit wiederkehrenden Komplementärfarben. Die Farbe und Form der Segel wird in den Bergen aufgenommen und im Kai. Das Gelb der Sonne spiegelt sich im Wasser.
Das Bild gehört zur Sammlung Hasso Plattner. Ich hatte es schon vor ein paar Jahren gesehen und laufe seitdem mit einem zusammenfaltbaren Einkaufsbeutel mit diesem Motiv herum.
Rechts die Farbstudie I von 1894, wo Signac die Wirkung von Sonnenlicht auf die verschiedenen Farbtöne durch Weißabtönung untersucht.



Théo van Rysselsberghes Bilder haben mich durch ihre Farbintensität fasziniert. Bei dem Bild der belgischen Violinistin Irma Sèthe korrespondieren die Farbe ihres rosafarbenen Kleides mit dem lila Kleid der Dame, die im Hintergrund sitzt und von der man nur den unteren Teil des Kleides und die rechte Hand sieht. Das rosafarbene Kleid changiert auch mit blass-lila Streifen und spiegelt sich im Fußboden. Es hebt sich auch vor dem grün-liafarbenen Hintergrund ab.
Bei dem Portrait des selbstbewußten Mädchens Margery überwiegen die grün- und kupfer-Töne. Die kupfernen Locken des Mädchens bilden einen Kontrast zu ihrem grünen Kleid. Der Hintergrund fügt beide Farben mutig zusammen. Ein sehr intensives Bild!
Das dritte, das ich für euch ausgesucht habe, zeigt Paul Signac auf seiner Olympia. Er war ein leidenschaftlicher Segler und diesen Moment hält van Rysselberghe fest. Sehr geschickt, denn er läßt das Segel diagonal ins Bild schweben, sodass außer einem Streifen Meer nichts von der Landschaft zu sehen ist, und man seine volle Konzentration auf das Portrait Signacs richtet.

Im Gegensatz zu Adolph von Menzels kraftvollem, sozialkritischem Bild Das Eisenwalzwerk stehen bei Maximilien Luces Bild Das Stahlwerk von 1895 die Licht-und Farbeffekte der Stahlproduktion im Vordergrund. Selbst die Arbeiter im Vordergrund schauen fasziniert dem Farbspektakel zu.
Mir hat die Ausstellung und das Museum sehr gut gefallen. Leider ist die Ausstellung gerade vorbei, aber Paul Signac ist in der Sammlung Hasso Plattner im Museum Barberini präsent. Das Museum bietet regelmäßig hochkarätige Ausstellungen und Potsdam ist sowieso eine Reise wert!

Mit der S7 (sie fuhr wieder!) fuhr ich nach dem Ausstellungsbesuch zum Hauptbahnhof Berlin, wo mein Hotel auf der anderen Straßenseite liegt.

Am nächsten Vormittag bin ich zuerst auf dem Kudamm entlanggeschlendert, um in ein paar Läden zu gehen (Fotoladen, Buchladen, Käsegeschäft), habe dabei die Stimmung eingefangen.










Und bevor ich mich dann zum Museum der Fotografie aufgemacht habe, gab’s erst mal ein köstliches Eis bei Eiskrämer.
Eisessen auf dem Kudamm macht Spaß!

Neue Frau, Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen
Das Museum für Fotografie ist in der Jebenstraße gleich neben dem Bahnhof Zoo. Das neoklassizistische Gebäude von 1908/09 diente als Kasino des Offizierscorps der Landwehr-Inspektion Berlin mit Restaurant, Gästezimmern, mehreren Festsälen, unter anderem dem Kaisersaal, Kegelbahnen und einem Schießstand.
Seit der Eröffnung des Gebäudes als Museum für Fotografie im Juni 2004 wird das Haus von zwei Akteuren genutzt.
Die Newton Foundation beherbergt die beiden unteren Geschosse.
Die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek bietet im restaurierten Kaisersaal im zweiten Obergeschoss wechselnde Ausstellungen zum Medium Fotografie in breiter thematischer Vielfalt.
Genau da wollte ich hin.

Der imposante Treppenaufgang mit rotem Teppich und einer Auswahl an Newtons überlebensgroßen, stereotypen Aktfotos weißer nackter Frauen in Stöckelschuhen bilden einen krachenden Kontrast zu der recht großen Population Obdachloser draußen in der Jebenstrasse, die sich laut unterhalten oder streiten zu noch lauterer Musik.

Und Newtons inszenierte Aktfotos bilden auch einen Kontrast zu den Fotos und Aktfotos der Bauhausfotografinnen, die einen weiblichen Blick auf die Frau haben und Ausdruck ihrer Selbstbestimmung sind.

Bauhaus in Dessau
Das Bauhaus war eine Hochschule für Architektur, Design und Kunst und wurde von Walter Gropius 1919 in Weimar gegründet. Die Entstehung fällt in die Zeit des Aufbruchs nach dem Ersten Weltkrieg mit einer parlamentarischen Demokratie, dem Wahlrecht für Frauen, technischen und kulturellen Neuerungen.
Am Bauhaus entstand 1929 eine Fotografie-Klasse. Die Hälfte der Student*innen waren weiblich. Als Fotografinnen erlangten sie nicht nur finanzielle Eigenständigkeit, sondern auch künstlerischen Freiheit. Die Kamera wurde für die Fotografinnen zu einem Werkzeug ihrer Selbstbestimmung.
1933 musste das Bauhaus schließen. Die Nazi-Diktatur hatte andere Vorstellungen von Architektur, Design, Kunst und der neuen Frau.
Die Ausstellung ist in 10 Themen untergliedert. Das Selbst im Blick, Das Bild der Frau, Fotografieunterricht am Bauhaus, Kunst und Experiment, New Bauhaus, private Momente, Menschen und Länder, Fotos für soziale Aufklärung, Faszination Architektur, Aktuelle Werke.
Ich zeige euch einige Fotos, längst nicht alle. Viele Fotos ließen sich durch Reflektionen schwer fotografieren.

Bauhaus in Dessau
Zu Beginn der Ausstellung stehen Formen weiblicher Selbstdarstellung im Mittelpunkt.
Die präsentierten Arbeiten thematisieren die Suche nach weiblicher Identität in einer gesellschaftlichen Umbruchszeit. Während einige Fotografinnen Elemente traditioneller Weiblichkeitsvorstellungen aufgriffen, etwa damenhafte Kleidung, Accessoires und Posen, die noch deutlich vom 19. Jahrhundert geprägt waren, verwendeten andere bereits Symbole feministischen Widerstands und feministischer Emanzipation. Dazu zählten Kurzhaarfrisuren und Minikleider ebenso wie die zuvor überwiegend männlich konnotierte Zigarette.







Viele Künstlerinnen integrierten Spiegel in ihre Selbstporträts und erzeugten dadurch Reflexionen, Verzerrungen sowie perspektivische Brechungen. Um diese visuellen Effekte auch für die Betrachtenden erfahrbar zu machen, erweitert eine interaktive Installation mit spiegelnden Kugeln die Ausstellung.
Und wie ihr sehen könnt, habe ich das gerne genutzt. Spiegelungen erschaffen eine visuelle Parallelwelt, die das Bild erweitert und ihm eine surreale Note verleiht. Die Magie der Spiegelung liegt darin, dass sie eine umgekehrte Perspektive bietet, die das Auge dazu zwingt, das Bild genauer zu betrachten.



Neben der Reklamefotografie nahm insbesondere das Stillleben einen zentralen Platz im Unterricht ein, da es die experimentelle Auseinandersetzung mit Bildaufbau, Lichtführung und Perspektive ermöglichte.




Das Kapitel Menschen und Länder widmet sich insbesondere dem Fotojournalismus.
Meine Auswahl sind drei sozialkritische Fotografien, die mich besonders berührt haben.



Meine Favoriten sind einmal ein Foto , das die Neugier der Menschen darstellt. Sie versuchen, durch einen Holzzaun hindurch zu spähen, um einen Blick vom dem zu erhaschen, was sich da auf der anderen Seite abspielt. Und diese Neugier erfasst alt und jung, Mann und Frau. Exemplarisch stehen der Mann im Trenchcoat, der Junge auf dem Fahrrad, ein weiterer Mann und eine Frau mit Kinderwagen im Vordergrund. Durch die fast diagonale Linienführung sieht man im Bildhintergrund weitere Personen stehen.
Und der Betrachter des Bildes fragt sich natürlich auch: Was ist da los? Und man möchte auch zu gerne wissen, was die Menschen sehen können. Ein fesselndes Foto gewürzt mit einer guten Prise Humor.

Zum anderen das aktuelle Foto von Caroline Kynast mit dem Titel Berliner Pause.
Die Ausstellung zeigt Werke von drei aktuellen Künstlerinnen, um die Kontinuität der Themen der Bauhaus-Fotografinnen aufzuzeigen. Caroline Kynast arbeitet im Bereich der Dokumentar-und Mode-Fotografie.
Hervorstechend ist die Farbe blau von hell- bis dunkelblau von der Hose bis zum Pullover, der Handtasche und der Eingangstür im Hintergrund. Erst auf den zweiten Blick wird man auf die Alltagsszene der Fotografie aufmerksam: eine Dame zieht das Riemchen ihres Slingpumps wieder über die Ferse. Wer schon einmal Slingpumps getragen hat, weiß, dass die Riemchen immer wieder herunterrutschen.

Auch diese Ausstellung hat mir sehr gefallen, widmet sie sich doch zum ersten Mal ausschließlich den Bauhaus-Fotografinnen.
Am Nachmittag habe ich eine Siesta eingelegt, bevor ich am Abend durch den Hauptbahnhof auf die Spreeseite gegangen bin, ein paar Fotos von The Cube gemacht habe, ein Bauwerk, das mich immer wieder neu fasziniert, weil man immer wieder neuen, spannenden Mehrfachspiegelungen begegnet.


Mein Weg führte mich zum Restaurant Viet Bowl gegenüber dem Kanzleramt, denn ich hatte große Lust auf eine vietnamesische Phở . Phở ist eine traditionelle Suppe der vietnamesischen Küche. Sie war das erste, was ich nach einem langen Flug in Hanoi gegessen habe. Und sie hat meine Lebensgeister wieder geweckt.


Diese Suppe war mit einem großzügigen Stück Lachs angereichert. Sie hat vorzüglich geschmeckt und mich die übereifrig nervige Art der Servicekraft vergessen lassen.


Danach bin ich über die Gustav-Heinemann-Brücke ins Parlamentsviertel spaziert, vorbei an den diesen warmen Abend genießenden Menschen auf der Brücke und am Capitol Beach. Weiter am Paul-Löbe-Haus vorbei zum Friedrich-Ebert-Platz. Dort auf der großen Freitreppe am südlichen Spreeufer direkt am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus (gegenüber dem Paul-Löbe-Haus) saßen schon viele Leute. Und dass die markante Freitreppe im Volksmund oft als Berlins Spanische Treppe bezeichnet, hatte an diesem Hochsommerabend seine Berechtigung.




Unter dem Titel Menschen und Parlament – Lebendige Demokratie in Deutschland veranstaltet der Bundestag seit einigen Jahren eine Film-,Licht-und Tonprojektion an der Fassade des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses.
Insgesamt werden fünf Projektionsflächen bespielt. Zusätzlich werden mit Laserprojektoren weitere Motive auf verschiedenen Gebäudeteilen abgebildet. Das schafft eine spannende Atmosphäre, in der den Besuchern die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie im Westen Deutschlands und der sozialistische Gegenentwurf im sowjetisch kontrollierten Teil des Landes lebendig nahe gebracht wird.
Die Installation veranschaulicht die Unterschiede der beiden politischen Systeme, zeichnet den Parlamentarismus in Deutschland nach und zeigt den beständigen Wandel der Gesellschaft und wie dieser gestaltet werden kann.
Ich zeige euch hier nur eine kleine Auswahl Fotos.



Berliner Blockade
In den westlichen Besatzungszonen Deutschlands wurde am 20. Juni 1948 eine Währungsreform durchgeführt. Die neue Währung sollte auch auf Westberlin ausgedehnt werden. Die Sowjetunion nahm das zum Anlass, West-Berlin von den westlichen Besatzungszonen abzutrennen. Sowjetische Truppen sperrten am 24. Juni 1948 alle Zufahrtswege nach West-Berlin. Damit begann die Berliner Blockade, die erst am 12. Mai 1949 endete.

Rosinenbomber über Berlin
Die Stadt war vom Nachschub an Lebensmitteln und vielen wichtigen Gütern abgeschnitten. Die Blockade von Berlin war der erste Höhepunkt im Kalten Krieg.
Als Reaktion auf diese Blockade veranlasste der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay (1897-1978) die Einrichtung einer Luftbrücke. West-Berlin wurde nun erfolgreich über die Luft versorgt. Fast ein Jahr lang kamen alle lebenswichtigen Güter, vor allem Lebensmittel, Baumaterialien und Brennstoffe mit Flugzeugen in die Stadt. Die Sowjetunion konnte ganz Berlin nicht unter ihren Herrschaftsbereich bringen.








13. August 1961: Grenzpolizisten, Volkspolizisten und Soldaten der NVA riegeln die Sektorengrenze nach West-Berlin und den Berliner Außenring ab. Erschütternde Szenen spielen sich in den Tagen des Mauerbaus entlang der Sektorengrenze ab. Die Sperranlage schneidet über 50.000 Ost-Berliner von ihren Arbeitsplätzen im Westen ab. Das Berliner Verkehrsnetz wird über Nacht an der Sektorengrenze zerschnitten. Fenster und Türen der Häuser, die an der Grenze liegen, werden in Grenzrichtung zugemauert.
Die Grenzposten haben Schießbefehl. Mindestens 140 Menschen sterben nach 1961 an den Berliner Grenzanlagen. (nach: https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/mauerbau/13-august-1961-mauerbau.html)

Kniefall von Warschau: Am Abgrund der deutschen Geschichte und der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt. (Willy Brandt, Memoiren)
Im Dezember 1970 besuchte Bundeskanzler Willy Brandt als erster deutscher Regierungschef nach dem Zweiten Weltkrieg Polen.
Der eigentliche Anlass für die Reise war die Unterzeichnung des Warschauer Vertrages (Vertrag über die Grundlagen der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Volksrepublik Polen) gewesen, der unter anderem die Unverletzbarkeit der bestehenden Grenzen sowie die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze der Volksrepublik Polen festschrieb.
Zuvor besuchte der Bundeskanzler das Mahnmal zum Gedenken an den Aufstand im jüdischen Ghetto 1943. Mit seinem Kniefall vor dem Mahnmal gedachte Willy Brandt nicht nur der ermordeten Juden, sondern setzte auch ein Zeichen der Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland. Das Bild ging um die Welt und gilt bis heute als Symbol der Demut gegenüber Millionen ermordeter polnischer Juden sowie als Neuanfang der Ostpolitik. (https://www.bundesarchiv.de/themen-entdecken/online-entdecken/dokumente-zur-zeitgeschichte/kniefall-von-willy-brandt-in-warschau/)

Günter Schabowskis magisches Wort: unverzüglich
Mit Montagsdemos und Massenfluchten zwingen die DDR-Bürger Ende der 1980er-Jahre ein Regime in die Knie. Am 9. November 1989 öffnen sich mit dem Fall der Berliner Mauer die Grenzen, 327 Tage später ist Deutschland wiedervereinigt.
Nach meiner Kenntnis ist das […]sofort, unverzüglich – mit diesen Worten zur neuen DDR-Reiseregelung läutet Politbüro-Sprecher Günter Schabowski am 9. November 1989 um 18.53 Uhr unfreiwillig das Ende der deutschen Teilung.

Die gigantische Installation war eine unerwartete und sehr gelungene Veranstaltung. Da habe ich Glück gehabt, dass ich zufällig auf sie gestoßen bin.
Gut, wenn man seinen Tag nicht komplett durchplant, dann bleibt Raum und Zeit für spontane Entdeckungen.
Anschließend bin ich mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof gefahren. Das Regierungsviertel war mir zum Durchlaufen zu dunkel.

Im Hotel habe ich dann den Abend bereichert von der Berliner Luft und voller künstlerischer und historischer Eindrücke bei einem Bier in der Hotelbar ausklingen lassen.
Wenn euch dieser Beitrag gefällt, freut euch auf TEIL II. Kann aber etwas dauern.
