Confluentes III – Grenzen aufbrechen

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Dritte Ausstellung Confluentes in Koblenz

Unter dem Motto Grenzen aufbrechen steht die dritte Ausstellung Confluentes, die an 6 verschiedenen Orten in Koblenz bis
12. August 2018 gezeigt wird. Federführend wirken das Museum Ludwig unter Prof. Dr. Beate Reifenscheid und Angelika Kallenbach, Kuratorin und Carwain e.K. Verlag & Kunstprojekte Kallenbach.

von links nach rechts: Angelika Kallenbach, Prof. Beate Reifenscheid, Prof. Karl Höhnen, Sylvia Cibaldi in der St-Kastor-Basilika vor den Kunstwerken von Sylvia Cibaldi

Grenzen aufbrechen ist immer wieder und gerade heute ein überdenkenswertes Thema. Die verschiedenen Künstlerinnen und Künstler stoßen mit ihren Beiträgen die Diskussion an, regen an zum Sich-Einlassen und ins Gespräch kommen.

Ausstellungsorte & Teilnehmende Künstler

  • Ludwig Museum
    Zhang Fangbai (China)
    René Böll (deutschland)
    David Hardy (Frankreich/Deutschland)
    Jiny Lan (China)
    Cony Theis (Deutschland)
  • St. Kastor-Basilika
    Leonilde Carabba (Italien)
    Sylvia Cibaldi (Italien)
  • Skulpturengarten Museum Ludwig
    Marco di Piazza (Italien)
  • Dreikönigenhaus
    Elias Maya (Deutschland)
  • Deutsches Eck
    Lydia Nüüd (Estland/Deutschland)
    Johann Thiessen (Russland/Deutschland)
  • Seilbahn Koblenz
    Ilya Pusenkoff (Russland/Deutschland)

Der Kaiser steht auf roten Treppenstufen

Spektakulär war für mich der Anblick des Kaiser-Wilhelm-Denkmals am Deutschen Eck. Die Stufen zur Reiterstatue sind rot ausgelegt und das monumentale Denkmal wird durch den Kontrast rot-schwarz wirkungsvoll in Szene gesetzt. Der sonst so grau-schwarze Block wird zum Hingucker: ja, warum nicht rot!

Die Installation Topographie des Wandels

Die Künstler Lydia Nüüd und Johann Thiessen haben ihre Installation am Deutschen Eck Topographie des Wandels betitelt. Sie kennen die wechselvolle Geschichte des Denkmals:

1897 eingeweiht, widmete die Provinz Rheinland Wilhelm I. das Monument als Dank für die Einigung des Deutschen Reiches (1871). Die Inschrift der Säulenhalle belegt dies:

Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu.

Im März 1945 wird das Reiterstandbild durch amerikanische Granaten zerstört. Seit 1953 wehte auf dem Sockel  eine riesige Deutschlandfahne. (Die fand ich immer unproportional zu dem wuchtigen Gesamtmonument).
Am 25. September 1993 wurde eine Nachbildung des Reiterstandbildes offiziell enthüllt. Vorausgegangen waren heftige Debatten um die Wiedererrichtung der Statue.
Um das Denkmal wehen die Fahnen der 16 Bundesländer.  Sie präsentieren den Zusammenschluss in einer föderativen Republik.

Entscheidend und symbolträchtig ist der Ort: der Zusammenfluss von Rhein und Mosel:
Begegnung, Verbindung, neue Erfahrung, Bereicherung.

Viel Fremde – Viel Heimat

Beschränkt sich das Denkmal ursprünglich auf die Deutung der Deutschen Einheit (die durch einen von Preußen provozierten Krieg und Sieg gegen Frankreich erreicht wurde), so gehen die Künstler im Sinne des Ausstellungsthemas Grenzen aufbrechen einen Schritt weiter: mit ihrer Installation regen sie an, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, sie anzunehmen und sich zu öffnen.

Auf der linken Treppenseite kann man
in weißen Buchstaben lesen:

und auf der rechten Seite:

 

 

 

 

 

Und nur, wenn man ganz unten in der Mitte vor dem Denkmal steht,
erschließt sich das ganze Gedicht und sein Sinn.

So weit als die Welt,
So mächtig der Sinn,
So viel Fremde er umfangen hält,
So viel Heimat ist ihm Gewinn.

(Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/buch/gedichte-9575/6)

Das Gedicht stammt von Clemens Brentano, der 1778 in Ehrenbreitstein geboren wurde. Seine Botschaft ist zeitlos.
Confluentes, der Zusammenfluss von Rhein und Mosel, bekommt eine auffordernde, zeitgemäße Interpretation.   

 

 

                                    
  

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